Was ist unter dem Begriff Mediation zu verstehen?

Mediation ist ein aussergerichtliches Verfahren, um Konflikte oder Streit für alle Beteiligten gewinnbringend und nachhaltig zu lösen. Mediation wird in Wirtschaft und Verwaltung erfolgreich angewendet.

Eine oder mehrere unabhängige und unparteiliche Dritte (Mediatorinnen/Mediatoren) unterstützen die Konfliktparteien darin, ihren Konflikt auf dem Verhandlungsweg eigenverantwortlich und einvernehmlich zu lösen.

Grundsätzlich kann das Mediationsverfahren in allen Konfliktsituationen oder zur Entscheidungsfindung in komplexen Situationen eingesetzt werden, in welchen die Parteien eine einvernehmliche Lösung wünschen.

Wie läuft eine Mediation ab?

Der Ablauf einer Mediation ist in der Regel wie folgt strukturiert:

  1. Vorbereitung / Rahmenklärung / Auftragsklärung / Mediationsvereinbarung
  2. Informations – und Themensammlung
  3. Klärung der Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten
  4. Offene und kreative Suche von Lösungsoptionen
  5. Bewertung und Auswahl der Optionen, Verhandlung
  6. Entwerfen einer Vereinbarung, Machbarkeit prüfen, unterzeichnen

Kosten

Die Entschädigung der Mediationsperson erfolgt in der Regel im Stunden- oder Tageshonorar, das zu Beginn zu vereinbaren ist.
Die Dauer der Mediation hängt von der Komplexität des Falles und der Verhandlungsbereitschaft der Parteien ab. Gemäss Umfragen der Berufs-Verbände liegt der Durchschnitt einer Mediation bei rund 5 Stunden.

Üblicherweise werden die Kosten von beiden Parteien je zur Hälfte getragen. Abweichungen sind in gegenseitiger Absprache möglich.

Zum Teil werden die Kosten von Rechtsschutzversicherungen übernommen.

Mediation oder Gerichts- / Schlichtungsverfahren?

Mit dem Inkrafttreten der schweizerischen Zivilprozessordnung am 1.1.2011 haben die Parteien die freie Wahl zwischen der staatlichen Schlichtung und der privaten Mediation. Sie können zudem jederzeit die Sistierung eines Gerichtsverfahrens beantragen, um eine Mediation durchzuführen.

Die entsprechenden Formulare findet man auf www.bj.admin.ch (–> Suche nach: Mediation).
Auch im Verwaltungs- und Strafverfahren sind Mediationen möglich.

Was bietet eine Mediation?

  • Rasches, kostengünstiges und flexibles Verfahren
  • Volle Selbstbestimmung der Beteiligten (im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften)
  • Zukunftsgerichtete Lösungen, die für beide Parteien befriedigend sind
  • Die Beziehungen zwischen den Beteiligten können (falls erwünscht) erhalten werden, meist verbessern sich diese jedoch aufgrund des gegenseitig verbesserten Verständnisses
  • Neben Rechtsfragen können auch andere Aspekte berücksichtigt werden
  • Die Vertraulichkeit wird gewahrt, Imageschaden durch Publikation kann verhindert werden
  • Die Parteien dürfen die Mediationsperson frei auswählen
  • Hohe Erfolgschancen

Welche Regeln sind grundlegend für eine Mediation?

Massgebend sind die Standesregeln der Berufsverbände (SAV, SDM, SKWM und SCCAM) sowie die europäischen Berufsregeln.

  • Vertraulichkeit: Die Beteiligten und die Mediationsperson vereinbaren Stillschweigen über den Inhalt der Gespräche (Ausnahmen sind möglich)
  • Volle Parteiautonomie: Die Mediationsperson hat keine Entscheidungskompetenz
  • Unabhängigkeit und Allparteilichkeit des Mediators: Die Mediationsperson darf keine Abhängigkeit von beteiligen Personen haben und keine Partei bevorzugen. Sie verpflichtet sich in einem allfälligen Prozess nicht auszusagen
  • Freiwilligkeit: Ein Abbruch ist jederzeit möglich, wenn eine Partei (inkl. Mediator) das will

Besonderheiten können zwischen den Parteien und der Mediationsperson vereinbart werden